Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung
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Klinik für Psychiatrie

Die Forschungsschwerpunkte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München sind Psychosen, Depression und Demenz. Wir untersuchen seit vielen Jahren Gehirngewebe von Spendern und konnten Fortschritte über die Erkenntnis neurobiologischer Veränderungen in verschiedenen Gehirnregionen erzielen. Unser Ziel ist es, die Grundlagen psychischer Erkrankungen auf molekularer und zellulärer Ebene zu entschlüsseln, um letztendlich eine verbesserte Therapie der zugrundeliegenden Störungen zu ermöglichen. Bitte unterstützen Sie uns bei diesen Bemühungen.

Ursachenforschung für psychische Erkrankungen

Psychische Krankheiten zählen zu den Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen gehören Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen und Psychosen wie die Schizophrenie.

Depressionen
Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation leiden täglich 120-200 Millionen Menschen an Depressionen. Dabei kommt es zu einer schweren Störung des gesamten Gefühlslebens. Die möglichen Ursachen von Depressionen sind eine (genetische) Veranlagung und/oder Umweltfaktoren wie etwa erhöhter Stress. Bei einer Depression ist der Hormonhaushalt gestört und der Stoffwechsel im Gehirn verändert.

Abhängigkeitserkrankungen
Die Abhängigkeit von Nikotin, Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen ist ein großes gesellschaftliches, gesundheitspolitisches und volkswirtschaftliches Problem. Abhängigkeit äußert sich in körperlichen, psychischen und neurologischen Störungen. Die Suchtmittel verändern die natürlichen Stoffwechselprozesse im Gehirn so nachhaltig, dass der Körper das jeweilige Suchtmittel benötigt, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Schizophrenie
Etwa 800.000 Deutsche erkranken mindestens einmal im Leben an einer Schizophrenie. Nach heutigen Erkenntnissen sind neurobiologische Störungen des Gehirns Grundlage für die Entstehung von Schizophrenie. Die Veränderungen im Stoffwechsel des Gehirns basieren wohl auf einem Ungleichgewicht von Botenstoffen (Neurotransmittern). Neuere Untersuchungen gehen zudem davon aus, dass Patienten mit Psychose über eine geringere Zahl von Zellverbindungen im Gehirn verfügen. Auch strukturelle Veränderungen, wie erweiterte Gehirnkammern oder verkleinerte Teile des Hippocampus, wurden festgestellt.

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Krankheiten verstehen - Brain Banking als Grundlage für den medizinischen Fortschritt

Die Faktoren für die Ausbildung von Depressionen, Abhängigkeiten und Schizophrenien sind vielfältig. Alle Krankheiten haben jedoch Folgendes gemeinsam: Die Funktionen des zentralen Nervensystems sind durch die Veränderung bestimmter Prozesse oder Strukturen im Gehirn beeinträchtigt.
So wurden in den letzten Jahren durch moderne mikroskopische und molekularbiologische Untersuchungen im Gehirngewebe festgestellt, dass neben den Verbindungen von Nervenzellen (Synapsen) auch die von Gliazellen gebildeten Myelinscheiden von Nervenzellen geschädigt sind, die für eine schnelle Weiterleitung von Informationen im Gehirn zuständig sind. Eine wichtige Rolle spielen Veränderungen von Eiweißmolekülen und der Ableserate von Genen, die für den Energiestoffwechsel, die Kommunikation zwischen Nervenzellen sowie die Übertragung von Signalen durch Botenstoffe zuständig sind.

Dabei scheint auch das Zusammenspiel von Gehirnregionen, die für Lernen, Gedächtnis und Emotionen wichtig sind, beeinträchtigt zu sein. Die Ursachen der Krankheiten auf Ebene der Zellen und Moleküle sind bis heute nur unzureichend geklärt und können nur direkt im Gehirngewebe untersucht werden. Die existierenden medikamentösen Therapien bekämpfen in erster Linie die Symptome und es ist unser Bestreben, durch bessere Kenntnisse der Ursachen in Zukunft wirksamere Therapiestrategien zu entwickeln.

Um eine ursachenorientierte Forschung zu betreiben, reichen die zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden zu Lebzeiten der Betroffenen nicht aus. Die Forscher sind deshalb darauf angewiesen, die erkrankten Gehirne nach dem Tod der Patienten direkt zu untersuchen. Auch für den Bereich der psychischen Erkrankungen stellen Hirnbanken wie die Neurobiobank München das Gewebematerial sowohl für die moderne Grundlagenforschung als auch für die klinisch-neuropathologische Forschung zur Verfügung. Ziel ist ein besseres Verständnis der zellulären und molekularen Krankheitsprozesse sowie, damit verbunden, die Entwicklung besserer Methoden zur Früherkennung und Therapie. Brain Banking könnte insbesondere in diesem Bereich neue Perspektiven für erkrankte Menschen eröffnen.