
| Ursprung | Form |
|---|---|
| Idiopathisch | Sporadische CJD (sCJD) |
| Hereditär |
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| Erworben |
|
Prionkrankheiten oder transmissible spongiforme Enzephalopathien werden nach unserem heutigen Verständnis durch Prionen verursacht. Dabei handelt es sich um bei jedem Menschen vorkommende Eiweiße, die bei diesen Erkrankungen allerdings fehlgefaltet sind. Durch diese Konformationsänderung aus dem körpereigenen Eiweiß entsteht die infektiöse Form.
Die idiopathische Form der spongiformen Enzephalopathien entsteht durch eine Umfaltung des Proteins. Jedoch ist bei dieser Form der Prionerkrankung keine Infektionsquelle oder ein Modus der Krankheitsentstehung bekannt. Die Ursache hierfür ist bis jetzt noch nicht geklärt. Die sporadische CJD tritt bei Menschen in höherem Lebensalter (>60 Jahre) mit einer Häufigkeit von 1,0-1,5/1.000.000 Einwohner auf. Sie geht mit unterschiedlichen neurologischen Zeichen und Symptomen einher. In frühen Stadien steht häufig eine Demenz im Vordergrund. Bei detaillierter Betrachtung lassen sich mehrere klinisch-pathologische Subtypen klassifizieren, die mit dem Polymorphismus am Codon 129 des Prionproteingens und der biochemischen Eigenschaft des PrPSc (Typ 1 oder Typ 2) korrelieren. Die sCJD führt nach kurzem klinischem Verlauf, häufig kürzer als 6 Monate, sehr selten länger als 2 Jahre, unaufhaltsam zum Tode.
Familiäre Prionerkrankungen sind genetisch bedingt. Hierbei finden sich Mutationen (Punkt- und Insertionsmutationen) auf dem Prionprotein-Gen, die an die Nachkommen weitervererbt werden und mit einer hohen Penetranz zu einer spongiformen Enzephalopathie führen. Eine entsprechende Untersuchung auf das Vorliegen einer Mutation kann anhand einer Blutprobe bei Verdacht schon zu Lebzeiten durchgeführt werden. In diesen Fällen empfiehlt das NRZ TSE München zusätzlich eine intensive Beratung durch ein humangenetisches Institut.
Erworbene spongiforme Enzephalopathien sind z. B. auf Bluttransfusionen oder Duratransplantationen zurückzuführen. Die Ursache der iatrogene Variante der Prionerkrankungen sind somit ärztliche Eingriffe. Kuru wurde durch rituellen Kannibalismus des Fore-Volkes in Papua Neuguinea verbreitet. Seit 1996 steht die neue Variante der CJK (vCJD), die mit großer Wahrscheinlichkeit vom BSE-Erreger verursacht wird, im Brennpunkt des Interesses für die öffentliche Gesundheit. Als Infektionsweg wird der Verzehr von erregerhaltigen Nahrungsmitteln angenommen. Die vCJD trat bisher in vielen Ländern, vor allem Großbritannien, nicht aber Deutschland, auf.
Hinsichtlich diagnostischer Untersuchungen kann die sichere Diagnose einer Prionerkrankung nur nach dem Tode durch das Untersuchen des Gehirngewebes gestellt werden. Hierfür ist eine Obduktion erforderlich. Zu Lebzeiten kann mittels neurologisch-klinischer und apparativer Untersuchungsmethoden, wie cMRT und EEG, auf das wahrscheinliche oder nicht wahrscheinliche Vorliegen einer Prionerkrankung geschlossen werden. Einen definitiven diagnostischen Test für eine Prionerkrankung gibt es bis jetzt nicht.
Es bestehen zur Zeit auch keine therapeutischen Möglichkeiten für die immer tödlich verlaufenden spongiformen Enzephalopathien. Es ist lediglich möglich eine symptomatische Therapie durchzuführen.