Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung
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Aktuelle Forschungsprojekte

1. Entwicklung bzw. Verbesserung diagnostischer Verfahren:

Prionkrankheiten sind durch die Bildung und Ablagerung des pathologischen, infektiösen Prionproteins (PrPSc) im Gehirn betroffener Personen charakterisiert. Die strukturelle Konversion des zellulären Prionproteins (PrPc) in die fehlgefaltete, partiell Proteinase K (PK) resistente Isoform PrPSc scheint der kritische Schritt in der Transmission und Pathogenese der Prionkrankheiten zu sein. Außerhalb des Gehirns und während der Inkubationszeit ist PrPSc bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) zumeist in allenfalls minimaler Menge detektierbar; eine klinisch nutzbare Krankheitsdiagnostik aus Blut oder Liquor auf der Basis eines Western Blot- oder ELISA-Nachweises konnte bisher nicht etabliert werden.

Eine viel versprechende Perspektive ist, dass in der Zukunft ein ultrasensitiver diagnostischer Nachweis von PrPSc durch eine PMCA- ("protein misfolding cyclic amplification") oder QUIC-Reaktion ("quaking-induced conversion") unter Zugabe fluoreszenzmarkierter rekombinanter PrP-Monomere in Kombination mit einer anschließenden Detektion mittels der SIFT-Technologie ("Scanning for intensely fluorescent targets“-Verfahren) erfolgen könnte, der dann für eine präsymptomatische Diagnostik, z.B. aus Blut- bzw. Liquorproben, geeignet wäre. Aktuell soll durch die Etablierung und Anwendung dieser Methoden ein diagnostischer Test mittels rekombinantem menschlichem PrP am Referenzzentrum München entwickelt werden.

2. Teilnahme an internationalen Ringversuchen:

2008 wurde am Referenzzentrum München ein Ringversuch zur Qualitätssicherung der histologischen und immunhistochemischen Diagnostik der CJD initiiert. Hieran sind die wichtigsten Institute in Europa beteiligt: Edinburgh (Ironside) für Großbritannien, Paris (Hauw/Seilhean) für Frankreich, Barcelona (Ferrer) für Spanien, Bologna (Parchi) und Mailand (Tagliavini) für Italien, Wien (Kovacs/Höftberger) für Österreich, Utrecht/Enschede (Rozemuller/Jansen) für die Niederlande und München (Kretzschmar) für Deutschland. Für eine bessere Abstimmung mit der Diagnostik in den USA und um Einblick in die dort beschriebene neue Form der sCJD zu bekommen, nehmen auch Prof. Gambetti und Dr. Cohen vom US CJD Surveillance Center in Cleveland, Ohio, an dieser Studie teil.