Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Methoden

MethodenDie Neuropathologie bearbeitet die makroskopischen und vielfältigen mikroskopischen Veränderung des Nervengewebes, die bei den verschiedenen Erkrankungen und damit verbundenen Funktionsverlusten des Nervengewebes zu finden sind. Diese Diagnostik basiert zuerst auf morphologischen Methoden, wird aber mehr und mehr durch immunologische, chemische und molekularbiologische Techniken ergänzt.

Arbeitsmethoden

  • Die makroskopische Beurteilung des Gehirns
  • Die klassischen Arbeitsmethoden der  Histologie mit Fixierung und Einbettung, Herstellung von  Gewebeschnitten und anschließender Färbung. Zur Darstellung der Gewebestrukturen und deren Veränderungen werden nach geeigneter Vorbehandlung Übersichtsfärbungen wie HE oder Färbung von bestimmten Strukturen wie z. B. Markscheiden bei der LFB-PAS Färbung,  Zell-und Markscheidenfärbung nach Klüver-Barrera oder Versilberungsmethoden z. B. nach Gallays, Gomori oder Bielschowsky angewandt.
  • Immunhistochemische Darstellung: Den immunhistochemischen Färbemethoden liegen die Reaktion von spezifischen Antikörpern gegen Gewebsantigene zugrunde. In der Folge wird durch die Bindung von enzym- oder farbstoffgekoppelten Sekundärantikörpern der Ort der primären Antikörperbindung sichtbar gemacht. Durch die biochemische und molekularbiologische Forschung werden zunehmend Antikörper verfügbar, die für pathologische Ablagerungen bei bestimmten Krankheiten oder Krankheitsgruppen spezifisch sind. Damit lassen sich diese Veränderungen morphologisch mit höherer Spezifität und leichter erkennen und es bietet sich die Möglichkeit pathologische Veränderungen quantitativ oder semiquantitativ zu erfassen und mit klinischen Veränderungen zu korrelieren. Beispiele für die immunhistochemische Färbungen sind L42 und 3F4 Ak in der CJD Diagnostik, Antikörper gegen alpha Synuclein in der Parkinson Diagnostik sowie eine Vielzahl von Antikörpern, die in der Tumordiagnostik verwendet werden.
  • Western Blot: Im Western Blot werden Proteine zunächst nach ihrer Größe elektrophoretisch aufgetrennt, dann auf eine Nitrocellulosemembran transferiert und durch Reaktion mit einem spezifischen Antikörper sichtbar gemacht. Im Institut für Neuropathologie wird mit dem Western Blot z. B. das Prionprotein Typ 1 oder Typ 2 in der CJD Diagnostik nachgewiesen.

methoden_westernblot

In dieser Abbildung sind die drei PrPSc-Banden nach der PK (Proteinase K)-Verdauung im Western Blot dargestellt. Die unterste Bande, bei Typ I ca. 21 kDa, bei Typ II ca. 19 kDa, stellt das nicht glykosilierte PrPSc dar. Der Typ II wird unterteilt in die Untergruppen a und b. Typ IIb tritt bei der vCJD auf. Die mittlere Bande repräsentiert das einfach glykosilierte, die oberste Bande das zweifach glykosilierte PrPSc. Die Zahlen am linken Rand bezeichnen das Molekulargewicht.

  • Pet Blot: Die immunhistochemische Darstellung von PrPSc ist der beste und sicherste Nachweis einer Prionkrankheit im Hirngewebe und hat sich in zahlreichen Zweifelsfällen, bei denen mit lichtmikroskopischen Routinefärbungen keine sichere Diagnose gestellt werden konnte, bewährt. Sie ist damit der Goldstandard in der neuropathologischen Diagnostik geworden. Für eine noch sensitivere Darstellung von PrPSc wurde eine Technik entwickelt, die die Vorteile des Immunoblottings mit der immunhistochemischen Darstellung in fomalinfixiertem und paraffineingebettetem Gewebe verbindet, die sog. PET-blot Methode (“paraffin-embedded tissue blot”). Bei dem PET Blot Verfahren wird unter starker Proteinase K-Einwirkung formalinfixiertes und paraffineingebettetes Gewebe direkt auf Nitrozellulosemembranen übertragen. PrPSc läßt sich dann in der Membran mit spezifischen Antikörpern hochsensibel nachweisen.

methoden_petblot

  • Semidünnschnitte in der Diagnostik von Nerven und Muskelgewebe
  • Elektronenmikroskopische Beurteilung